Drei Ballettstücke mit dem Thema ‘Einhorn’ sind mit großen Namen verbunden:
Jean Cocteau (Libretto, Bühnenbild und Kostüme) mit dem BallettstückLa Dame à la Licorneeine Hommage an den Wandteppich im Cluny-Museum, ParisMusik: Jacques Chailley(Einführungs- und Kernthema, Symbol für das junge Mädchen, nach einem Lied aus dem 15. Jh., “Le Grant Désir”, das an den Wahlspruch des Wandteppichs “Á Mon Seul Désir” erinnert; Allegro-Thema des Vorspiels aus “L’orchésographie” (1589) der Tanz “Air des bouffons”; Thema des Spiegeltanzes nach Claude Gervaise, “Amour de moy”, der Kontrapunkt dazu aus dem anonym überlieferten Satz in der 1501 von Petrucci gedruckten Sammlung “Odhekaton”; Auftritt des Kavaliers nach einem Reigen von Claude Gervaise; sein Tanz mit dem jungen Mädchen nach einer Englischen Pavane und einer Gaillarde des gleichen Komponisten; der Beginn des Trauermarsches nach einer Pavane von Etienne du Tertre)Choreographie Heinz RosenUraufführung in Anwesenheit von Jean Cocteau im Münchner Gärtnertheater am 11. Mai 1953
Jean Cocteau’sLa dame à la Licornewurde unter Restaurierung des Bühnenbildes und der Kostüme von 1953 mit neuer Choreographie des Ballettchefs des Gärtnertheaters Günter Pick am 4.12.1986 inszeniert.
John Neumeier (Choreographie und Ausstattung)EinhornMusik von Werner Henze (Fantasia für Streicher, Musik zu dem Film “Der junge Törless” nach Musil von Volker Schlöndorf, 1966)Premiere am 3.5.1986 in der Deutschen Oper Berlin
Die “Carmina Burana”, die “Lieder aus Benediktbeuren” wurde 1937 von Carl Orff als eminent szenische Musik vertont, die zum Tanzen geradezu herausfordert. Dies setzte der junge ungarische Choreograph Youri Vámos am 19.4.1985 in der Lindenoper - die Deutsche Staatsoper Berlin - in einem Ballett zum Chorgesang um: Ein junger Krieger kämpft um eine junge Frau - das Einhorn, Symbol mädchenhafter, scheuer Weiblichkeit.
Ich dankeFrau Stoeber vom Staatstheater am Gärtnerplatz, München,Herrn John Neumeier vom Hamburg Ballettund derStiftung Stadtmuseum Berlinfür die freundliche Unterstützung und die reichhaltigen Unterlagen