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Silbermedaille 1982, ST, oxydiert 1200 Jahre München Sendling 782 - 1982
als Umschrift der Abb. der Alten St. Margareth-Kirche Rs. Wappen der Herren von Sendling als Umschrift einer Wappenabb. der Familie der
Sendlinger (rotbewehrtes steigendes goldenes Einhorn auf schwarzem Grund mit Einhornrumpf als Helmzier)
Die ersten urkundlichen
Erwähnungen Sendlings: Schenkung von Gütern in Sendling, Menzing und Moosach durch Tassilo, genannt der König von Bayern, ca. 760, nach einer Auflistung von im Original nicht mehr erhaltenen Schenkungsurkunden im
“Wessobrunner Traditionskodex” (Eine kaum mehr haltbare Datierung). Urkunde, nach welcher ein Apolt und ein Huasini Besitzungen zu Schwabing und Sendling an das Kloster Schäftlarn geben; nach
Weissthanner, Kenner und Herausgeber der Traditionen des Klosters Schäftlarn, nur ca.” um 782 herum” einzuordnen. Urkunde von 782, nach der ein Aduni Güter in Sendling an das Kloster Schäftlarn
überträgt, ist nach Weissthanner zwischen 779 und 806 einzuordnen. Als Dorf, als “villa” Sendling, ist zuverlässig erst 1048/68 die Rede. Die früheren Erwähnungen als “in loco” kann auch
einen Gutsbetrieb umschreiben. 1772/74 wurde vom Freisinger Ordinariat laut der Konradinischen Matrikel von 1315 und der Sunderndorffschen Matrikel von 1524 festgestellt, daß nicht Untersendling mit seiner der hl.
Margarethe (und dem hl. Georg) geweihten Kirche, sondern Thalkirchen nächst Obersendling (Patrozinium: Unsere Liebe Frau), zu der ursprünglich auch das Gebiet von München, bis 1811 Schwabing, bis 1882 Neuhausen und
bis 1922 Nymphenburg gehörten. Erst zu Beginn des 19. Jh. wurde wohl aus praktisch-seelsorgerischen Gründen die Untersendlinger Kirche zur Pfarrkirche, Thalkirchen bekam bis zur Abtrennung und Pfarrerhebung
den Status einer Filialkirche. Der Pfarrhof sowohl für Thalkirchen als auch für Untersendling befand sich aber ursprünglich in Mittersendling, dessen Kirche dem hl. Achaz geweiht ist, aber auch ein Patrozinium des
hl. Dionys feiert, dem Patron des Klosters Schäftlarn, für das frühmittelalterliche Schenkungen innerhalb der Sendlinger Ortsflur beurkundet sind. War vielleicht doch am Anfang Mittersendling das Zentrum der
Pfarrei? Dafür spricht auch, daß das bisher größte bajuwarische Reihengräberfeld in der Plinganserstraße in München-Mittersendling gefunden wurde, was für einen Siedlungskern in diesem Bereich spricht. Für die
Familie der Sendlinger bürgt 1157/63 ein als “noblilis vir” bezeichneter Notpert, daß die Familie edelfreier Herkunft ist und nicht der Ministerialität entstammt. Mitglieder der Familie sind seit 1239 im
Münchner Gemeinwesen nachweisbar. Eine Abstammung der Familie von der Sippe des bei der Landnahme namengebenden “Sentilo” dürfte ein Heimatmärchen sein. Nachweisbar ist nur, daß Sighardt der Sendlinger
1268 von Otto von Baierbrunn einen Hof in Obersendling erwarb. Die Sendlinger gelangten in München zu Reichtum, als “Krötelherrn” oder Salzgroßhändler, als Angehörige des “Inneren Rates” der
Stadt und als Bankiers. Mehrfach wurden sie in Urkunden kurz “die Wechsel” genannt. 1284 stiftete ein Sighart der Sendlinger das Klarissenkloster am Anger. Konrad Sendlinger, später als Freisinger
Bischof Konrad III. (1314 - 1322), konnte kurzzeitig in Übereinstimmung mit den Zielen Kaiser Ludwigs des Bayern Einfluß auf die Reichspolitik nehmen. In den Wirren der sog. “Vierherzogzeit” standen die
Sendlinger treu zu den Münchner Herzögen Ernst und Wilhelm. Eine traurige Berühmtheit erlangte Sendling durch die bei der Margarethenkirche blutig unterdrückte Revolution der Oberländer Bauern durch kaiserlichen
Truppen (der Kavallerie unter General Kriechbaum und des Ausfalls der Wendts aus München) in der “Mordweihnacht” 1705, bei der aktenkundig 1000, vielleicht auch bis zu 3000 Bauern, Handwerker und Flößer
der Landfahnen des seit Kurfürst Maximilian I. bestehenden Landsturms niedergemetzelt wurden.
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