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Wind
Ich bin auf dem Weg zur
Arbeit. Überall liegen am Straßenrand knöcheltief die welken Blätter. Auch auf den Gehwegen hat der Wind lange Blätterdünen aufgehäuft.
Ich kann nicht widerstehen und laufe beglückt durch diese
Blätterhaufen. Als Kind machte ich das leidenschaftlich gerne. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, ein Vorgeschmack auf den Winter, den Schnee.
Ob Blätter- oder Schneemasse, fast egal. Beides
bietet sanften Widerstand, beides wirbelt hoch in die Luft, wenn man richtig durchmarschiert. Naja, einen Unterschied gibt es:
Blätter sind bunt und verschieden und vor allem: sie rascheln so
herrlich schön! Damals lauschte ich von ganzem Herzen den Geschichten, die sie mir erzählten, wenn sie hochwirbelten und dann sanft zu Boden glitten.
Aber nichts gegen Schnee! Er kann so
schön knirschen, man kann Spuren legen und manchmal kommt er in so dicken Flocken, daß man sie auffangen und bewundern kann.
Aber da ist die Straße und die Ampel und die Schulkinder, die durch die
Blätter jagen, daß es die reinste Freude ist. Leider bin ich so knapp hinter ihnen, daß es für mich keine Blätter zum Rascheln gibt.
Aber hinter der Schule gibt es ja auch noch Gehwege, gibt es
noch Blätterberge zum Durchlaufen!
Gabriele Fleischhacker 24.10.2002
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