|
Sehen
Noch ‘ne Möglichkeit:
Es ist dunkel und ich gehe barfuß durch enge Gassen. Das Kopfsteinpflaster ist
naß.
Ich friere und so laufe ich, damit mir warm wird. Ich laufe und laufe.
Warum laufen, wenn fliegen schöner ist? Was bin ich doch dumm! Ich breite die
Arme aus und fliege.
Höher und immer höher, hinauf zu den Wolken. Endlich bin ich oben, ruhe mich auf
einer Wolkenbank aus.
Eine Fee nähert sich mir: “Wie bist Du heraufgekommen, Du hast doch keine
Flügel?” Die ihren zittern vor Aufregung.
Ich wedle mit den Armen und lache: “Meine sind zwar nicht so schön, aber sie
haben mich heraufgebracht und das reicht doch, oder?”
Verdutzt schaut sie mich an, lacht nun ebenfalls. “Komm’ mit!”
ruft sie und schwebt davon.
Ich ihr nach. Wir fliegen über Wiesen, über Bäche, über Bäume und erreichen den
Palast.
Ich weiß nicht mehr, wie er aussah, wen ich traf, was geschah.
Aber ein leichtes, luftiges Gefühl war noch in mir, durchpulste mich als ich
aufwachte. Ich lache: “Guten Morgen, Wolkenfee!”
Gabriele Fleischhacker 7.12.2001
Mann, bin ich fix und alle, ausgelaugt. Erst gestern sagte
ich zu mir: Was ist los, du hast ja gar keine Gedichte mehr geschrieben! - Und schrieb gleich drei. Und heute nochmal drei! (Eines siehe bei den Einhorngedichten). Wahnsinn! Toll! Aber jetzt muß ich ins Bett. Es ist
schon 22:45 Uhr.
|