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Licht und Stille
Alles ist so unsäglich grell, so unerträglich lautlos. Ich schließe
die Jalousien, aber diese anmaßende Helle sticht mir mitten ins Herz. Herz? Mein Herz rührt sich nicht, ist erstarrt. Liegt mit einem Betonklotz beschwert am Grund der Leere. Kein
Laut. Ich schließe die Augen, aber das hilft nicht.
Im Gegenteil. Licht und Stille summieren sich zu einer riesigen Bedrohung. Ich wage
nicht zu atmen, wage nicht einen Laut von mir zu geben.
Ich habe Angst, daß sonst etwas Fürchterliches passiert Meine Augen tränen, meine Wangen
werden naß. Aber das bringt keine Erleichterung, das war nur ein technischer Vorgang wegen der Grelle.
Das Licht wird gleißender, die Stille immer größer. Ich möchte mich verkriechen, möchte
weglaufen, auch wenn es nichts bringt. Einfach nur etwas tun. Irgend etwas.
Aber ich bleibe starr stehen, gefangen. Ich kann nichts dagegen tun, möchte nichts dagegen
tun, möchte nur nicht mehr ..... ich kann nicht mehr denken.
Sachlich bleiben, atmen, ich fühle – nichts. Kein Schmerz. Komisch. Wo
bleibt der Schmerz? Sonst ist er doch auch da, fällt mich an wie ein Raubtier, zerfleischt mich schier.
Und nun?
Nichts.
Unheimlich ist das.
Leer und verlassen stehe ich da.
Verloren.
Wo bin ich?
Gabriele Fleischhacker 21.10.2001
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