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Himmel
Der Himmel heute wieder grau und grau. Aber was für ein Grau!
Alle Farbschattierungen sind vorhanden, von ganz zart und hell bis zu fast schwarz,
Jede Wolke
hat eine andere Farbe und alles ist durchglüht hell und leuchtend.
Dieses Licht läßt die Bäume strahlen, die Blätter sind aus reinstem Gold, wie im Märchen.
Andere Bäume wiederum stehen
da wie im Schatten, fahl und unscheinbar. Es muß dieses Licht sein.
Die Straße, die Häuser und eben auch ein paar Bäume – so unscheinbar.
Und dann diese Bäume im Licht! Eigentlich
müßten da ja zumindest ein paar Zwerge rumtanzen!
An der Kreuzung stehen zwei Bäume, riesig groß. Seit Jahren gehe ich an ihnen vorbei. Aber heute sehe ich sie wie zum ersten Mal.
Wie
Scherenschnitte tauchen sie auf, stehen sich so nah, daß ich es erst jetzt sehe: sie sind zwei Hälften eines Baumes!
So schaut es wenigstens aus, denn alle Äste und Zweige sind weit ausladend, nur
der Raum zwischen ihnen ist leer!
Na ja. Fast. Es wachsen auch dort Äste und Zweige, aber alle streben fast senkrecht nach oben!
Die Wolken reißen jetzt auseinander. Ganz zart graublau lugt
der Himmel durch und noch immer herrscht dieses wundervolle Licht!
Ich möchte stehenbleiben und dieses Licht in mich einsaugen, diese goldenen Bäume und diesen Scherenschnitt.
Aber ich muß
weiter. An der Ampel stehen viele Schulkinder, ein Auto fährt bei dunkelgelb noch durch.
Ein Nachbarkind grüßt mich. Wir unterhalten uns kurz, trennen uns vor der Schule.
Ich gehe weiter
und freue mich, da dieses Licht immer noch da ist, der Himmel immer noch strahlt!
Ich gehe weiter und strahle mit. Leicht und beschwingt und frohen Herzens.
Gabriele
Fleischhacker 24.10.2002
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