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Die Grenze
Als meine Wunde vernäht , die Aussagen protokolliert, die Polizei verschwunden war, da kehrte langsam
wieder Ruhe ein.
Doch als der Schmerz wieder kam, kam auch die Wut wieder und ich
wünschte ihm alles Schlechte der Welt.
Sie war ein Biest, ein Luder. Aber er hatte
eine Grenze überschritten mit seinem direkten Angriff auf mich, mit diesem Stich in meinen Arm.
In diesem Moment des Schmerzes und der Wut, da hätte ich auch beinahe diese Grenze überschritten.
Diese Grenze war ja so süß, so verlockend, versprach Befreiung von all’ der Pein. Ich erschrak über
mich: So leicht sollte das sein?
Es fiel mir schwer, sehr schwer zu
widerstehen, nur abzuwehren, zu verteidigen.
Und ich erinnerte mich
plötzlich an den Ausdruck seiner Augen als er abgeführt wurde. So viel Trauer und Schmerz.
Der Rasende, der Täter waren verschwunden. Übrig blieb nur ein Mensch, ein ratloser Mensch.
Widerstreitende Gefühle, Wut und Schmerz und Verwunderung durchzogen mein Herz.
Jetzt, wo ich beide Seiten kenne muss ich an die Bibel denken: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.
Ich werfe nicht. Zu nah war ich dieser Grenze, zu nah.
Gabriele Fleischhacker FFB, den 28.8.2005, 10:40 Uhr
Ein langer, lebhafter Traum. Und als ich aufwachte, wusste ich noch alles! Da musste ich schreiben. (2. Teil: Staunen, 3. Teil: Flügel)
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